[Tutorial] Rundes Leporello-Etikett selber machen

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Wie du, wenn du mir auf Facebook folgst, sicherlich bereits weißt, mache ich viele Dinge selbst: Ich nähe, ich koche und backe, mache Marmelade und Pralinen, zwischendurch Seife. Nun habe ich mir in den Kopf gesetzt, dass ich bald mal eine sogenannte Shea-Sahne ansetzen möchte. Diese will ich in kleine Dosen füllen, etikettieren und verschenken. Nun sind die Dosen aber so klein, dass ein richtiges Etikett, wie bei meinen Seifen, keinen Platz finden würde. Also überlegte ich mir, dass ein rundes Leporello-Etikett vielleicht eine Alternative darstellt. Aber wie sollte ich das selbst herstellen?

Ich hirnte einige Zeitlang – ich gestehe, ich hatte einen ziemlichen Knoten im Kopf – und bastelte Skizzen. Von Hand zeichnete ich den aufgefalteten Leporello vor, schnitt, klebte, machte und tat. Und am Ende hielt ich ein fertiges, rundes Leporello-Etikett in meinen Händen. Heute möchte ich dir zeigen, wie auch du das mit ganz einfachen Mitteln hinbekommst.

Du brauchst:

  • Photoshop/Gimp
    Rayher Hobby 8964500 Motivstanzer Oval, ø 3,17 cm- 1 1/4 Zoll, geeignet für Papier/Karton bis zu 200g/m²
    Preis: EUR 6,10
    statt: EUR 7,99
  • Word
  • Drucker
  • Stanzer in der Größe deines endgültigen Etiketts – ich habe 1 1/4″ von Rayher genommen
  • Stanzer in einem 1/4 Zoll größer
  • selbstklebende Buchfolie
  • Alleskleber (flüssig oder fest), Alternativ geht auch doppelseitiges Klebeband
  • Papier (80g/m² ist etwas dick, ich würde dünneres nehmen)

Das sind im Normalfall alles Dinge, die ein Bastler/Selbermacher immer im Haus hat. Den Stanzer kannst du auch umgehen, indem du einen Zirkel und einen Cutter nimmst, aber dazu später mehr. Außerdem ist die Anleitung sowohl für Photoshop als auch für Gimp nutzbar. Ich selbst nutze bevorzugt Photoshop. Da ich weiß, dass nicht jeder über diese Software verfügt, schreibe ich die Anleitung für Gimp und nutze auch Screenshots aus Gimp. Das vereinfacht dir das sicherlich.

Los gehts! Ein rundes Leporello-Etikett

Wir starten mit dem Design unseres Etiketts und überlegen uns, wie viele Seiten das fertige Etikett haben soll. Bedenke bitte, dass eine Seite für das Cover und eine Seite für die Klebefläche draufgehen. Bedenke außerdem, dass bei einer geraden Anzahl an Gesamtseiten (Vorder- UND Rückseite) das Cover auf den rechten Kreis gedruckt werden sollte, wenn du das Etikett von rechts öffnen möchtest. Bei einer ungeraden Anzahl an Gesamtseiten kommt das Cover auf den linken Kreis.

Ich habe mich für eine gerade Anzahl an Seiten entschieden, nämlich 10. D.h. ich baue mir insgesamt je Blattseite 5 Kreise.

Teil 1 – Photoshop/Gimp

Schritt 1: neue Datei

Öffne Photoshop bzw. Gimp und lege dir eine neue Datei an. Idealerweise in A4 und mit 300dpi. Das gewährleistet, dass das Motiv später auch groß genug ist, um gedruckt zu werden. Achte darauf, dass du über “Ansicht” das Raster aktivierst und eine neue Ebene erstellst.

Überlege dir, wie groß das Etikett werden soll und gestalte dir Anhand dessen ein Logo. Über Jamlabelizer gibt es schöne, runde Etiketten, die du vorab gestalten kannst. Diese speicherst du dir als .png ab (dann hat es einen transparenten Hintergrund). Mach dir eine kurze Übersicht, was auf welcher Seite stehen soll. Ich möchte z.B. auf der ersten Seite innen (sprich auf der Rückseite vom Cover) einige Stichworte stehen haben. Generell kommt auf dem Seitenbalken der Coverrückseite so Sachen wie: Produkt, wofür, wer, was, etc. Auf der Rückseite (sprich der Seitenbalken, auf dem später das Cover ist) habe ich dann so Sachen stehen wie Haltbarkeit, INCIS, etc. Dinge, die drauf müssen, aber die erst im zweiten Go relevant sind.

Schritt 2: Die Form

Für die Vorlage benötigen wir nun das Auswahlwerkzeug mit der Kreisform.

Schau dir dazu links das Bild an:
1. die elliptische Auswahl wählen
2. die Größe festlegen
3. Haken bei “fest” setzen und im Dropdownmenü “Größe” wählen
4. Modus “zur aktuellen Auswahl hinzufügen” aktivieren”

Nun musst du Anhand deines Rasters eine überlappende Auswahl an Kreisen setzen. Achte darauf, dass die Abstände identisch gewählt sind. Zoome dafür besser weiter in dein Dokument rein, anstatt nachher schiefe Formen zu haben. Die Kreise müssen hierbei nur ein klein wenig überlappen. Dort wo sie übereinander liegen, entsteht eine imaginäre vertikale Linie, das ist unsere spätere Faltlinie

Im Anschluss wählst du dein Füllwerkzeug und füllst die erstellte Auswahl mit einem ganz hellen grau. In meiner Vorlage hier habe ich jetzt nicht ganz akurat gearbeitet, das ist aber einfach der Eile des Tutorials geschuldet.

Jetzt verkleinerst du die Auswahl über “Auswahl -> verkleinern” auf 0,08mm.

Diese neu erstellte Form duplizierst du in den Ebenen. Die eine fügst du in den Ordner Vorder- und die andere in den Ordner Rückseite ein. Achte darauf, dass jede Ebene für die jeweilige Seite auch in der passenden Ebenengruppe landet. Das erleichtert dir später ungemein die Arbeit.

Deaktiviere nun die Ebenengruppe mit der Vorderseite. Fülle deine Ebengruppe “Rückseite” mit den gewünschten Texten und Bildern. Beachte aber bitte, dass du damit weder über den grauen Rand noch über die imaginäre Faltlinie kommst.

Hier siehst du anhand der Pfeile, was ich mit imaginährer Faltlinie gemeint habe. Diese läuft von oben nach unten. An der gestrichelten Linie siehst du außerdem, dass ich den Kreis angeschnitten habe

Fasse zu guter Letzt die Ebengruppe zu einer Ebene zusammen, kopiere sie und füge sie über STRG+Shift+V in eine neue Datei ein. Diese speicherst du als transparentes .png (über “Datei -> exportieren”). Deaktiviere in deiner Ursprungsdate die Rückseite und aktiviere die Vorderseite. Das selbe Procedere gilt nun für vorn. Auch hier wieder eine transparente .png abspeichern.

Teil 2 – Word/OpenOffice/LibreOffice

Schritt 1: neue Datei

Lege dir eine neue Datei in Word bzw OpenOffice an. Der Einfachheit halber habe ich hier auf LibreOffice zurückgegriffen. Die Datei soll im Hochformat vorliegen, zwei Seiten haben und über Seitenränder zu je 2cm verfügen.

Schritt 2: die Form

Füge nun die Vorderseite linksbündig auf die erste Seite ein. Im Anschluss kommt auf die zweite Seite die Rückseite. Diese muss einen Abstand zum linken Blattrand (nicht Seitenrand!!) haben, der um die Distanz vergrößert ist, den das Motiv auf der ersten Seite zum rechten Rand hat.

Je nachdem wie genau der Einzug deines Druckers ist, reicht es auch, die Form auf der zweiten Seite rechtsbündig anzusetzen. Bei meinem Drucker habe ich einen Unterschied von ca 3mm festgestellt. D.h. ich positioniere das Motiv auf der zweiten Seite mit einem Abstand von 1,7cm zum Rand anstatt 2cm. Leider musst du hier ein wenig spielen. Für Haushaltsdrucker gibt es für den “Duplexdruck” leider Toleranzen, in denen die Vorder- und Rückseite abweichen kann.

Tipp: Nimm altes Papier und miss aus, wie sich der Druck auf beiden Seiten verändert, indem du die Seite 1 und Seite 2 je mit der Rückseite zueinander legst und in die Sonne hältst.

Nun druckst du das Dokument im Duplexdruck. Wenn dein Drucker das nicht kann, dann druckst du einfach die erste Seite, nimmst das Papier, drehst es über die lange Seite und legst es neu in den Drucker. Dann druckst du die zweite Seite.

Diesen 2. Teil kannst du umgehen, wenn du direkt aus deinem Programm heraus druckst. Mein Photoshop zickt gern rum und schneidet mir die Ränder ab, Auf dem Firmenrechner ist die Kombination Drucker und Grafikprogramm nicht so toll geeignet, weswegen ich festgestellt habe, dass der Umweg über Word/OO/LO gar nicht so schlecht ist.

Teil 3 – das Etikett

Wir haben nun auf einem Bogen Papier unser Motiv mit Vorder- und Rückseite. Falte nun anhand der imaginären Faltlinien das Papier zu einem Leporello. Mit einem Kreisstanzer (die von Reyher sind super, weil die einfach auch mehrere Lagen Papier stanzen können) stanzt du nun Anhand der grauen Linie aus. Da an den Falten die Kreise etwas kleiner sind, bleibt ein runder Leporello erhalten.

der gedruckte Leporello
vollständig gefaltet
geöffnet
Positionieren und stanzen
geöffnetes Etikett

Du kannst nun mit einem zweiten, etwas größeren Kreisstanzer ein Stück Buchfolie ausstanzen und über das Etikett kleben. Damit fixierst du es deiner Dose. Wenn du möchtest, dass das Etikett auf der Dose bleibt, auch wenn man den Leporello auffaltet, dann musst du die Etikettenrückseite auf dem Dosendeckel festkleben.

Das Schneiden kannst du übrigens auch mit einem Cutter vornehmen, wenn du keine Kreisstanzer hast.

die fertige Dose mit Etikett

Ich hoffe, mein Tutorial hat die weitergeholfen. Natürlich freue ich mich über ganz viel Feedback. Du kannst dir das Tutorial natürlich wie immer als PDF runterladen. Ich wünsche dir viel Spaß und freue mich, wenn du mir deine Ergebnisse zeigst!

Download “2018_Occupatio-Anleitung_leporello.pdf” 2018_Occupatio-Anleitung_leporello.pdf – 28-mal heruntergeladen – 242 KB


 
 
 

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