[DiY] Anycubic Photon Mono für Sovol Magnetplatte vorbereiten

Oh je, da hab ich wieder mal was angefangen. Schon etliche Jahre schwirrt mir der Wunsch eines 3D-Druckers im Kopf herum. Aber wenn ich ehrlich sein soll, waren die Filamentdrucker nicht das, was mir vorschwebte. Und da ich noch zuviele andere Hobbies hatte, hatte ich nicht das Bedürfnis mich näher damit zu befassen.

Erst als ich letztes Jahr durch Zufall einen alten Freund von mir im Netz wiederfand – Ja, Shack Fotografie! Du bist gemeint! – kam der Gedanke wieder auf. Denn er hat einen 3D-Drucker der eher dem entsprach, was ich mir vorstellte: SLA.
Hierbei handelt es sich um einen Drucker der mit UV-härtendem Resin arbeitet. Mein alter Freund von damals hat den Elegoo Mars (mittlerweile den Elegoo Mars 2 Pro Mono). In mir wuchs der Wunsch erneut.

Bei meinen Recherchen fand ich dann im Herbst letztes Jahr raus, dass Anycubic eine Weihnachtssaleaktion hat und der Photon Mono Zero im Angebot wäre. Ich überlegte lange hin und her, bis mir dann ein weiterer Freund in den Allerwertesten trat in dem er mir meinen Wunschdrucker (und nein, das war nicht der Zero) zur Verfügung stellte, inkl. dem ersten Kilo Resin. Er ließ mir die Wahl und ich entschied mich für den Anycubic Photon Mono (ohne X und ohne SE) und das Ecoresin. Die ersten Drucke liefen holprig, doch dann gab es immer bessere Resultate. Mein erster Seifenstempel entstand, ich fing wieder an in 3D-Programmen zu basteln um Rohformen für Seifengussformen zu erstellen. Und je mehr ich probierte, desto mehr stieß ich an die Grenzen der Druckplatte. es kostete mich Handschuhe und Fingernägel meine Objekte von der Druckplatte zu lösen. Ich tat mir schwer den Metallspachtel zu benutzen, der bei meinem Drucker dabei gewesen war. Immer wieder griff ich zum Kunststoffspachtel. Aber der war eigentlich viel zu dick.

Dann stieß ich im Netz auf die Flexplatte von Sovol. Diese wird mittels Magnet an dem Druckschuh des Druckers befestigt. Die Platte ist aus Federstahl und kann leicht gebogen werden. Dadurch lösen sich die Drucke quasi von allein. Ich überlegte nicht lange und bestellte sie mir gleich im Doppelpack. Doch dann fand ich mich vor einem Problem, das immer wieder auftaucht, aber irgendwie nie zur Genüge erklärt wird: und zwar benötigt der Photon Mono eine Art Spacer, damit ein metallenes “Fähnchen” die Lichtschranke passiert, mit der man die Druckplatte levelt. Da ich schon immer viel von Learning by Doing hielt, machte ich mich dran und begann meinen Drucker da zu zerlegen, wo ich vermutete, dass ich richtig lag.

Ich möchte dir diese Friemelei und Bastelei jedoch ersparen und zeig dir hier, wie ich vorgegangen bin, um genügend Abstand vom Fähnchen zu erreichen.

Ich habe leider einen essentiellen Fehler im Vorfeld gemacht: Ich hab die magnetische Platte montiert, bevor ich auf die Idee kam, den Spacer zu drucken. Denn es gibt auf Thingiverse bereits das passende Teil. Nun hätte ich natürlich den Magneten wieder abmontieren und das Teil drucken können. Das hätte jedoch bedeutet, dass ich den zweiten Magneten hätte anbringen und wieder 72 Stunden warten müssen. Das wollte ich vermeiden. Also suchte ich mir vier Unterlegscheiben, die vom Durchmesser her passten (M3) und bearbeitete sie weiter.

Um den Photon Mono richtig vorbereiten zu können, benötigst du neben den dem Drucker beigefügten Imbus und einer Nadelfeile (bzw. einer Schlüsselfeile) vier Unterlegscheiben. Auf dem Foto siehst du das bereits abmontierte metallene Fähnchen, die zwei Schrauben, die das Fähnchen fixieren und zwei der vier Unterlegscheiben.

Als Alternative zur Nadelfeile geht auch eine etwas gröbere Feile aus dem Baumarkt.

Wenn du deine Druckplatte ohne Spacer leveln möchtest, ertönt ein sehr lautes, knatterndes Geräusch. Das ist das Signal dafür, dass du das Leveln sofort stoppen solltest, weil sonst dein Display beschädigt werden könnte. Du siehst auf meinem Foto, dass das Fähnchen die Lichtschranke noch nicht erreicht.

Um nun das Problem beheben zu können, fährst du die Druckplatte wieder hoch, montierst sie ab und schaltest den Drucker aus. Dann nimmst du ihn vom Strom und legst ihn auf die Rückseite.

Du musst nun diese beiden Schrauben lösen. Das geht am Besten mit dem mittleren Imbus, der bei deinem Druckzubehör dabei war.

Dann entfernst du das Fähnchen und fädelst zum Testen die Unterlegscheiben auf die Schrauben. Testen deswegen, weil die Unterlegscheiben ja unterschiedliche Breiten haben und dann vlt nicht passen. Wie du auf dem Bild sehen kannst, hatte ich dieses Problem.

Aus diesem Grund musst du mit der Nadelfeile eine Kante an allen vier Unterlegscheiben abfeilen., Danach passen sie perfekt.

Achte bitte darauf, dass du die Unterlegscheiben beim Montieren nicht zwischen Schraube und Fähnchen setzt (macht man gern aus Gewohnheit) sondern zwischen Fähnchen und Drucker, damit der erhöhte Abstand gewährleistet wird. Denn nur dann durchbricht das Fähnchen die Lichtschranke und der Drucker erhält das Signal die Druckplatte nicht durch das Display zu drücken.

Ich hoffe, ich konnte dir damit ein wenig helfen. Solltest du noch Fragen haben, stell sie ruhig. Sobald ich Zeit und Muße habe, werde ich mir den Spacer noch drucken und den dann austauschen.

Bis bald!


 
 
 

Kommentar verfassen