How to sew a corset – Teil II: das Probestück

Ich konnte es absolut nicht erwarten. Die halbe Nacht hab ich überlegt, was ich ausbessern könnte, wo mir vlt ein Fehler unterlaufen ist oder auch nur, welche Stoffe ich benutzen könnte, um den Traum vom Maßkorsett wahr werden zu lassen. Darum war es auch nicht weiter verwunderlich, dass ich mich vor ein paar Stunden direkt wieder ans Werk gemacht habe.

Vorgestern habe ich ja bereits die Gaffa-Schnitte auf Karton übertragen. Herr Sidney hat sich dann daran gemacht, zumindest den Schnitt vom Unterbustkorsett auszuschneiden. Ich habe dann gestern den Vollbrustschnitt aus dem Karton geschnitten und auf meinen geliebten Bomull übertragen. Warum geliebt? Er ist verdammt günstig und er eignet sich hervorragend für Probeschnitte. Denn da er hell und ohne Musterung ist, kann man problemlos Markierungen anbringen. Danke an Phönix für diesen goldwerten Tipp! Besucht sie doch mal auf ihrer Seite. Sie ist wirklich eine Inspiration. Jedenfalls gab sie mir vor mittlerweile 4 Jahren den Tipp, dass ich meine Probeschnitte aus Bomull machen sollte, bevor ich mich an den Endstoff wage. Und ich muss sagen, das hat mir viel Kummer erspart.

How to sew a corset – Teil II: das Probestück

Nachdem dann der Schnitt übertragen war, musste auch hier wieder ausgeschnitten werden. Der Vorteil am Probestück: Ich musste noch nicht so sehr darauf achten, wo ich später zusätzliche Tunnel anbringen muss oder wo das Taillenband hingehören wird. Somit konnte ich eigentlich direkt drauf losnähen.

Ein weiterer Vorteil am Probestück ist, dass man sich vorab mit der Beschaffenheit des Schnitts vertraut machen kann. In welcher Reihenfolge bringe ich am Intelligentesten die Paneele an, fange ich vorne oder hinten an, wie setze ich die Teile am Besten zusammen? Bei der einen Hälfte habe ich die Paneele zuerst zusammengenäht, dann die beiden Brustteile zusammengefügt und diese dann an die Korsetthälfte genäht. Nachteil war: Durch die Form von dem Brustteil und dem Korsett war ich nur am ziehen. Dadurch bleibt ein kleines Loch an der Kreuznaht. Somit habe ich bei der zweiten Hälfte je ein Brustteil und ein Paneel zusammengenäht. Dadurch konnte ich dann quasi eine gerade Linie entlangnähen, als ich die beiden Brust-Paneele aneinandergefügt habe. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich hier sehr auf die Kreuznaht achten muss (siehe Bild), weil diese sonst schief wird.

Am Ende habe ich dann die Löcher für die Ösen gestanzt, eine Schnur durchgezogen und es einfach mal anprobiert. Da noch keine Verstärkungen oder Stäbe vorhanden sind, das ganze „Korsett“ aus nur einer Lage Stoff besteht, ist es natürlich mit reduzieren oder straff schnüren noch nicht weit her. Aber man bekommt schonmal einen ganz guten Eindruck (vor allem beim Kehrseitenbild) wo später reduziert wird und wie die Form aussehen wird.

Ich muss sagen: Für den ersten Probeschnitt nicht schlecht. Mein Fazit: Ich werde wohl das Bruststeil etwas runder und höher machen. Ansonsten bin ich bislang recht zufrieden 🙂

Und? Was meinst du?


 
 
 

5 Kommentare

  1. Ich würde in die vordere Mitte keine Naht legen. Für die Brustteile bietet sich eventuell zur Passformverbesserung eine Quernaht an – je nachdem wie das Ding konzipiert sein soll… Entweder lauter Längsnähte, aber mit eingearbeiteter Brust oder eben das Brustteil separat machen, wie du es bereits angefangen hast, dann aber den Abnäher lieber in eine Quernaht setzen. Hinten seitlich und vorne könnte man auch noch etwas von der Länge nehmen – zwecks Vermeidung von Faltenwurf.
    LG
    SvL

    1. Sidney Sidney sagt:

      Huhu Sabine,
      die vordere mittlere Naht ist für doppelt gelegte Stäbe gedacht, zur extremen Versteifung (hinten kommen kurz vor der Schnürung auch je ein Stab rein). Ich hatte bislang nur Korsetts mit Schließe vorne, wodurch eben auch noch extrem versteift wird. Ein Korsett hatte vorne keine Schließe und keine Stäbe, das störte mich enorm.
      Ich hatte mir schon überlegt die Brust nicht separat zu machen, sondern quasi auslaufend aus den beiden dazugehörenden Paneelen. Bin noch am Grübeln. Das wäre die Alternative. Aber eine Quernaht möchte ich da eig. nicht drin haben.

      Von der Länge kann ich nicht mehr arg viel wegnehmen. Wie gesagt, mit dem Korsett würde ich gern reduzieren und wenn ich noch etwas wegnehme, dann quillt der Spech unten drunter durch.
      Du darfst nicht vergessen, dass man an dem Probeteil noch oben und unten je 1,5cm Nahtzugabe sieht. Die ist noch nicht abgesteptpt 🙂 Dadurch fehlen dann am Schluss auch wieder 3cm.

  2. Ja, dann versuche durchgehende „Streifen“ oder Paneele zu machen, ohne das Brustteil nochmal separat anzunähen. Wenn es eben separat ist, dann wirkt die waagrechte Teilungsnaht besser als die senkrechte. Also dann besser nur längs geschnittene Teile ohne Teilungsnaht quer rüber.
    Was die Länge betrifft meinte ich nicht die absolute Länge, sondern den überschüssigen Stoff, der sich in Falten niederlegt. Den könnte man entweder durch Abnäher reduzieren oder aber man muss schnitttechnisch die Abnäher rausdrehen und in die Nähte integrieren. Damit nimmst du dann die überschüssige Länge und das Teil dürfte dann besser sitzen.
    Zu berücksichtigen wäre auch, ob das Korsett noch gefüttert wird. Durch Stäbchen, Futter und evtl. eingebügelte Einlagen sieht es dann auch nochmal anders aus als nur aus Nessel…

    1. Sidney Sidney sagt:

      Das meinte ich ja mit Versteifung im Text. Der Oberstoff wird aus PolsterJacquard, der Unterstoff aus Denim und dazwischen zwei Lagen stabile Baumwolle als Futter. Und dann eben noch Tunnel für die Stäbe. Insgesamt kommen 12 Stäbe rein.

  3. hihi… ja, so komisch sah das bei mir auch aus am Anfang…
    ich hatte mir damals nur ein Taillen-Korsett genäht…
    es wird richtig toll, wenn Du nachher Dein EIGENES Korsett anziehen kannst… meines hat auch 12 Stäbe und vorn die Metall-Schliesse..

    Viel Erfolg bei Deiner Arbeit und ich bin wirklich gespannt, wie das Ergebnis aussieht..

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