La Fleur de Lis

Und ich bin wieder vorne mit dabei. Vor ein paar Tagen habe ich im Karstadt einen wunderschönen Reststoff in Petrol gefunden. Jersey… Und da ich mich unsterblich in den Wichtelpulli verliebt habe, musste der Stoff mit. Gesagt getan. Dazu habe ich in der selben Farbe noch einen Jerseystrick ergattert. Vollkommen happy hab ich mir dann gleich noch Jerseynadeln gegönnt. Zu Hause habe ich dann leider feststellen müssen, dass der Jersey im Stoffbruch ein Löchlein hatte.

Klein genug, dass ichs beim Kauf übersehen hab, aber zu groß, um daraus einen Pulli zu machen, denn Stoffbruch bedeutet: Auf beiden Seiten. Gut, Vorteil war, dass die Löcher relativ weit hinten im Stoff waren. Also schmiss ich die Stoffe erstmal in die Waschmaschine. Heute hab ich mich dann endlich dazu breit geschlagen, mit dem Pulli anzufangen. Zuerst habe ich einen halbstündigen Kampf hingelegt, bis ich den Stoff halbwegs entzerrt hatte. Da ich ihn nur über den Wäscheständer geschmissen hatte, warf er unschöne Falten und war völlig verformt. Gut, aber der Schnitt stand soweit und ich konnte anfangen, die Schnittteile auszuschneiden. Der Herr segne Ikea *__* Ich liebe meine Stoffschere!  Sogar Herr Sidney hat eifrig geholfen. Da bin ich immer ganz froh drum, weil er mir ziemlich Arbeit abnimmt. Er hat sich um Ärmel und Saum gekümmert. Ursprünglich wollte ich beides ja aus Strick machen, aber DANKE Karstadt, das Stück war zu klein. Also hat Herr Sidney die Reste vom Jersey vergewohltätigt, bis es passte. Anschließend machte ich mich daran die Schnittkanten zu versäubern. Ich glaube, meine Maschine mag feinen Jersey nicht. Beim Wichteln habe ich mit Romanitjersey gearbeitet, der war deutlich angenehmer im Handling, als das dünne Zeug, was ich jetzt habe. Und was fällt mir auf, nachdem alles zugeschnitten ist? Exakt!! Ich habe die Löcher vergessen. Und mit meinem absoluten Glück habe ich sie MITTIG auf dem Rückenteil gehabt. Danke fürs Gespräch. Nach einer Weile überlegen, fanden Herr Sidney und ich die Lösung: Ich appliziere einfach eine Fleur de Lis aus dem selben Stoff und mache die Nähkanten mit einem feinen Zickzackstich.

Zwei Stunden und gefühlte fünf Nervenzusammenbrüche später war ich kurz davor meine Stoffe in die Ecke zu knallen, die Maschine hinterher und mich von einer Brücke zu stürzen. Dann fiel mir aber ein, dass ich noch Vlieseline hatte. Schwupps aufgebügelt und versucht festzunähen. Da entschied sich meine feine Nähmaschine dazu den Stoff zu “fressen”. Ich sag es dir, sowas kostet Nerven. Schließlich hatte ich die zündende Idee! Ich klebte Zeitungspapier von innen dagegen. Und schon machte die Maschine, was ich wollte. Allerdings habe ich vergessen, dass die Fleur de Lis filigran ist. Das bedeutet, dass die Nähkanten leider nicht so 100% sauber wurden, wie ich es mir gewünscht hatte, aber besser als gar nichts.

Nun habe ich Vorder- und Rückseite zusammengenäht (nachdem ich nochmal auftrennen durfte, denn ich habe den Stoff in sich verdreht gehabt ^.-) und hoffe darauf, dass ich in den nächsten Tagen noch genügend Nerven übrig habe um Kapuze, Ärmel und Saum anzunähen! Wünsch mir Glück!!


 
 
 

Ein Kommentar bei „La Fleur de Lis“

  1. sehr schick. bin gespannt, wie es feritg aussieht! ich find deine nähkanten sind gut geworden. ich hab das mit dem applizieren noch gar nicht raus…

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