[Buchflüsterer #1] Anne Freytag – mein bester letzter Sommer

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Willkommen in meiner neuen Kategorie „Buchflüsterer“! Du denkst jetzt wahrscheinlich „Häh, warum eine neue Bücherkategorie? Es gibt doch schon eine!“. Und damit hast du nicht ganz unrecht. Meine „Leseecke“ beinhaltet lediglich nur Bücher, die ich mir aus eigenem Antrieb gekauft oder schenken lassen hatte. Bücher, die mich interessieren, Autoren, die ich schon Jahre verfolge. In meiner „Leseecke“ lasse ich dich daran teilhaben. Irgendwann habe ich dieses Eckchen etwas ausgebaut und habe dort auch Rezensionen für Verlage oder Autoren online gestellt. Z.B. Any Cherubims „Mea Suna“ oder auch Kristjan Knalls „Stoppt die Klugscheißer: Ein Motzbuch„.

Nun ist es so, dass ich mich vor drei Jahren auf Buecher.de registriert hatte, um Buchflüsterer zu werden. Ich hatte damals nur eine Bestätigungsmail bekommen, dass ich mich registriert hatte. Und dann verschwand die Registrierung in der Versenkung. Bis ich Anfang diesen Jahres eine eMail bekam, ob ich denn noch Interesse daran hätte. Buchflüsterin zu werden. Natürlich hatte ich!

Was ist ein Buchflüsterer?

Ein Buchflüsterer erhält von der Plattform Buecher.de ein recht aktuelles Buch, das er lesen und anschließend bewerten muss. Dazu gibt es auf der Plattform die Möglichkeit, bis fünf Sterne zu vergeben und eine Rezension zu schreiben. Sobald die Rezension freigeschaltet wurde, macht sich ein neues Buch auf den Weg. Zu Beginn der Buchflüsterer-Karriere muss man angeben, in welchen Genres man liest. Mehr Einfluss hat man nicht auf die Bücher, die man geschickt bekommt. Die Bücher können noch unveröffentlicht sein und man ist quasi der Erstrezensent oder aber frisch auf dem Markt und man kurbelt mit seiner Rezension den Buchverkauf ein wenig an.

Kategorie „Büchflüsterer“?

Da ich nicht nur ein Buch für Buecher.de würde lesen dürfen, habe ich mich entschieden, dem Buchflüstertum eine eigene Kategorie in meinem Blog zu widmen. Hier wirst du alle Bücher finden, die ich im Zuge dieser Aufgabe zu lesen bekommen habe. Inklusive meiner Rezension und zwei Möglichkeiten des käuflichen Erwerbs. Darum gibt es jetzt eine zweite Kategorie zum Thema „Bücher“.

Anne Freytag – mein bester letzter Sommer

Wann du die große Liebe triffst, kannst du dir nicht aussuchen
Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …

Mein erstes Buch im Auftrag der Buchflüsterer war von Anne Freytag. Normalerweise lese ich kaum solche Romane. Was unter anderem darin begründet liegt, dass ich erst vor einigen Jahren einen schwer kranken Menschen begleitet habe. Es dauerte ein wenig, bis ich den Mut fand, das Buch aufzuschlagen und es zu lesen. Aber hier, lies selbst:

„Mein bester letzter Sommer“ – im ersten Moment dachte ich, das ist kein Buch für mich. Ich bin normalerweise kein Freund von solch melodramatischen Titeln. Aber dann dachte ich mir, dass mir etwas Abwechslung bei all den Thrillern gut tun würde.
Anfänglich hatte ich etwas Schwierigkeiten in die Handlung zu finden. Man wird als Leser in eine Situation katapultiert, die mehr Fragen aufwirft, als beantwortet werden. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, wenn Fragen aufgeworfen werden. Die machen neugierig aufs Buch. Aber in diesem Fall war es fast ein bisschen viel.

Im weiteren Verlauf lernt man dann die Protagonistin etwas kennen. Ich finde es jedoch schade, dass die restlichen Charaktere keine ähnliche Tiefe erhalten, sondern platt und oberflächlich bleiben. Da hätte ich mir in Verbindung zu solch einem ernsten Thema etwas mehr Tiefgang gewünscht.
Dass die Protagonistin eigentlich ständig darauf herumreitet, dass sie bald sterben wird, macht sie für mich nicht gerade realer sondern eher nervig. Im Umkehrschluss zeigt es aber sehr deutlich, dass die wenigsten Menschen in solch einer Situation stark oder fröhlich sind. Diese Momente waren etwas zweischneidig. Einerseits will man Tessa anschreien und schütteln, ihr sagen, sie solle sich endlich zusammenreißen und nicht ihrem Umfeld die Schuld an ihrem Leiden geben, gleichzeitig will man sie in den arm nehmen und festhalten.
Als Angehörige eines kranken Menschen kenne ich die Depression, die einen dazu verleitet, sich vergraben zu wollen. In diesen Momenten braucht man einen Oskar, der einen rausreißt.

Ich fand es gut, dass Anne Freytag irgendwann das Stilmittel des Perspektivenwechsels nimmt und man die Situation auch mal aus der Sicht von Oskar sieht. Es zeigt die Beweggründe eines Menschen auf, der sich haltlos verliebt und seiner Liebe alles ermöglichen möchte.
Dass seine Schwester starb und er sich die Schuld daran gibt, war etwas zuviel Drama. Ein Detail, was die Autorin gerne rauslassen hätte dürfen.
Die körperliche Annäherung der beiden fand ich aus Tessas Sicht durchaus gelungen, nur mit Oskars Variante konnte ich nicht all zu viel anfangen. Wie es dann zwischen den beiden weiter geht, fand ich jedoch etwas unrealistisch. Ein so schüchterner Mensch, als der Tessa dargestellt wird, legt nicht von heute auf morgen seine Bedenken, Zweifel, Ängste und Befürchtungen ab um dann ganz im Stil einer selbstbewussten Großstadtschönheit mit ihren Reizen zu kokettieren.

Wie gesagt, es gibt im Buch einige Dinge, die nicht unbedingt das sind, was ich erwartet oder gewählt hätte. Andere Dinge sind dann wiederum ergreifend, schön und wunderbar.
Irgendwann zwischendrin hat mich das Buch dann so gepackt, dass ich es nicht mehr weglegen konnte. Ich habe es binnen acht Stunden beendet. An dem Moment flossen bei mir dann auch die Tränen, die ich nicht mehr stoppen konnte.

Anne Freytag legt ihrer Protagonistin eine sehr treffende Aussage in den Mund: sterben ist leicht, nur der Weg dorthin ist schwer.
Sie packt den Leser genau da, wo es wehtut, nämlich bei der Angst vor dem sterben.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gerne so etwas liest, der Abwechslung zu anderen Genres sucht oder einfach mal gepflegt heulen möchte. Irgendwann werde ich es noch einmal lesen, wenn meine Ausgangssituation eine andere ist …

Diese Rezension erschien zuerst auf Buecher.de.

Buchdetails

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (8. März 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453270126
  • ISBN-13: 978-3453270121
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 3,4 x 22,1 cm
  • Preis: 14,99€

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