17. Blogparade oder: wo kaufe ich am Liebsten ein?

Mich hat im Lauf der vergangenen Jahre der Skandal um Gammelfleisch, Pferdelasagne oder sonstigem Desaster mehr oder weniger kalt gelassen. Das liegt vor allem daran, dass ich mein Fleisch in erster Linie beim Metzger hole (vor allem, wenn es um Spanferkel, Rinderrouladen oder Schweinenackensteak geht). Warum? Weil ich dann einfach ganz genau weiß, woher das Fleisch stammt (ich habe einen befreundeten Metzger), welche Qualität es hat und dass es in den seltensten Fällen um mehr als 20% eingeht, wenn ich es brate. Bei den alltäglichen Dingen, die ich öfter brauche (Schnitzel, Hack, etc.), greife ich schon auch mal zum abgepackten Fleisch, wobei ich grundsätzlich immer nur in einer bestimmten Supermarktkette einkaufe. Dort habe ich selbst schon gearbeitet und ich weiß einfach, dass eine bestimmte Fleischmarke von regionalen Höfen stammt und von regionalen Metzgern verarbeitet wird. Wahrscheinlich kommen jetzt wieder die Vegetarier und die Veganer mit ihren Verschwörungstheorien (nichts für Ungut Marianne, ich weiß ja, dass es auch Ausnahmen gibt 😉 ) von wegen, dass man das bei einem großen Konzern gar nicht wissen kann – und auch wenn ich von meinem ehemaligen Arbeitgeber alles nur nicht begeistert bin, so gab es noch nie einen Gammelfleischskandal, es gab KEIN Pferdefleisch in irgendwelchen Fertigprodukten und auch sonst hielt sich diese Kette grundsätzlich aus allen Lebensmittelskandalen raus.

Nun ist es aber so, dass ich für zwei Personen kochen muss – und meine Küche danach meist wie ein Schlachtfeld ausschaut, ganz zu schweigen von den Mengen, die ich immer koche, damit könnte ich definitiv eine ganze Fußballmannschaft verpflegen – und Herr Sidney im Bezug auf Essen typisch schwäbisch ist: was d’r Bauer net kennt, frisst er net. Vor jedem Essen, das er vorher noch nie gegessen hat, wird erstmal gemotzt, das macht die Auswahl der Zutaten nicht viel einfacher, zumal ich in 95% aller Fälle frisch koche. Ich bin kein Fan von Tütenfraß und Dosenfutter, auch wenn es bei uns hin und wieder – eher seltener – mal was aus der Dose gibt. Im Vorratsschrank steht Mikrowellenreis neben Dosenravioli von Maggi und Mikrowellencurrywurst. Warum? Weil es manchmal einfach schnell gehen muss. Dennoch kann gut und gern mal ein Jahr ins Land ziehen, bis ich mich dazu herablasse, die Dosenravioli heiß zu machen. Mikrowellencurrywurst habe ich nur deswegen im Haus, weil ich zu Kreislaufschwierigkeiten neige und dann eine schnelle Zufuhr von Energie wichtig ist. Klar könnte ich mir eine Tafel Schokolade reinpfeifen, aber mal im Ernst: wenn ich vor lauter Hunger bereits zittere, dann ess ich nicht eine Tafel Schokolade, weil die zwar das Zittern beendet, aber in keinster Weise den Hunger stillt.

Küchen-Blogparade bei KüchenAtlas: Lebensmittel EinkaufenIn den vergangenen Jahren – vielmehr, seit ich nicht mehr bei Mama lebe – habe ich so meine ganz eigene Einkaufstrategie entwickelt, die ich dank Gefrierschrank auch noch verfeinern konnte. Einmal im Monat wird ein Großeinkauf gestartet. Hierbei kaufe ich primär Dinge wie Zucker, Mehl, Kiloweise Hack und Schnitzel, sowie Nudeln, Reis, etc. Alles, was nicht gerade Fleisch oder Wurst, Gemüse oder Obst ist, wird u.A. in der Metro eingekauft. Abgepacktes Fleisch nur in meiner Lieblingshandelskette und der Rest wie Wurst, Obst und Gemüse meist frisch unter der Woche. Hin und wieder schleicht sich dann noch der Metzger und der Bäcker rein. Ich bin übrigens ein ziemlicher Fan vom Mildenberger. Das war der örtliche Bäcker in meiner Heimatstadt und während meiner Zeit in München und in Reichenbach gab es nichts schlimmeres als von einem anderen Bäcker meine Brötchen oder gar meine Brezeln zu kaufen. Als Herr Sidney und ich nun nach Winterbach gezogen sind, haben wir sehr schnell rausgefunden, dass der Mildenberger bis in den Schorndorfer Raum vorgedrungen ist: Somit gibt es für mich wieder unbeschreiblich gute Brötchen 🙂 Des weiteren mach ich viel selbst, ich backe gerne Brot – erst letzte Woche gab es bei uns Maisbrot zum Chili, natürlich beides frisch und selbstgemacht. Ich probiere gern und viel aus, was nicht gerade meinem Wochenkochplan entgegenkommt und habe mich ziemlich auf die asiatische Küche fixiert. Das Tolle an selbiger ist: frische Zutaten. Egal welches Rezept ich ausprobiert habe, ich habe noch nie mit Fertigpäckchen arbeiten müssen.

Übrigens richtet sich mein Einkaufverhalten nach unserem Essverhalten. Ich kaufe z.B. in den allerseltensten Fällen frische Kartoffeln, weil es sich für uns einfach nicht lohnt. Wir essen so selten Kartoffeln (liegt daran, dass ich einen ziemlichen Hass auf diese Knolle habe und ich gebe in erster Linie meinen Eltern dafür die Schuld 😉 ), dass es sich einfach nicht lohnt. Bestes Beispiel: Herr Sidney hat zu Silvester einen Sack Kartoffeln gekauft. Es gab Raclette und das isst man bekanntlich mit Kartoffeln. Ich dachte mir: Gut, dann kannst du noch Bratkartoffeln und Kartoffelgratin machen.
Gesagt, nicht getan. Das Raclette war ein voller Erfolg, den Sack Kartoffeln hab ich vorletzte Woche entsorgt, weil sie gammelten (verständlicherweise). Darum bin ich in puncto Kartoffeln nicht ganz so frisch unterwegs: Es gibt sie aus dem Glas. Erspart mir Arbeit und ich schmeiß das Geld nicht zum Fenster raus *schulterzuck*. Das selbe Spiel ist es bei Brechbohnen. Warum soll ich verschiedene Läden abklappern, in der Hoffnung, dass ich frische Brechbohnen bekomme (was vergleichbar mit Russisch Roulette ist) nur um dann doch beim Bauern zu enden, ein Heidengeld dafür zu bezahlen (inkl. der Spritkosten) und dann viel zu viel davon zu haben? In mancher Hinsicht gibt es eben Dosen- oder Tiefkühlgemüse, denn auch wenn wir in Deutschland immer mehr von Skandalen im Bereich Bio oder Fleisch heimgesucht werden, so kann man über Dosen- und Tiefkühlgemüse sagen was man will: Die Qualität im Bezug auf Vitamine stimmt. Es ist lang nicht mehr so, wie es vor 15 Jahren war, dass Tiefkühlgemüse keinerlei Vitamine mehr enthielt oder Dosengemüse ausschließlich aus künstlichen Zusatzstoffen besteht. Ich kann es – vor allem Singlehaushalten – nur empfehlen, sich in diesem Bereich mal schlau zu machen. Ich kann es mir nämlich nicht leisten, andauernd Essen wegzuschmeißen, nur weil es zuviel ist.

Ach ja, von Bio oder Biosiegeln halte ich persönlich gar nichts. Es gibt in Deutschland noch keine 100% einheitlichen Biorichtlinien die dann auch wirklich Bio sind – so wie man sich Bio eben vorstellt. Ich habe das Gefühl, dass bei vielem Biofutter nichts als heiße Luft hinter dem Biosiegel steckt und für heiße Luft bin ich nicht bereit ungleich mehr Geld auszugeben. Bio heißt nicht gleich Bio und bedeutet schon gar nicht, dass es so viel besser ist. Es gibt einfach noch keine Belege, dass man sich auf das Biosiegel verlassen kann; sieht man ja wieder an dem Bioeierskandal.

Heute Abend wird es übrigens Schaschlikspieße aus dem Römertopf geben. Das Rezept kenne ich noch aus meiner Kindheit und die Zutaten dafür habe ich eigentlich immer im Haus.

Vielleicht fragst du dich nun, warum ich hier so einen ewiglangen Beitrag zum Thema einkaufen von Lebensmitteln geschrieben habe. Ganz einfach: wenn du oben auf den Banner klickst, landest du auf einem Blog, auf dem gerade eine Blogparade läuft. Zu Gewinnen gibt es eine Kochbox und da ich diese Boxen noch nie ausprobiert habe, wollte ich die Gunst der Stunde nutzen und meine Chance auf den Gewinn erhöhen, indem ich über das erwünschte Thema schreibe. Drück mir die Daumen, dass ich gewinne 😉

Und weil es auf der Seite einen schönen Satz Fragen und Tipps zur Postgestaltung gab, beantworte ich die doch auch gleich 🙂

Wo kaufst du ein?
Metro, weil es einfach ein Großmarkt ist, ich so gut wie alles bekomme und eben auch große Mengen einkaufen kann (nirgends kriegt man 5kg Nudeln zu solch einem unschlagbar guten Preis). Ich kaufe meine asiatischen Zutaten gern im Beta (Stuttgart) oder im Izumi (ebenfalls Stuttgart) ein, Fleisch gibt es beim Metzger in Uhingen, Oberweissach und in meinem Standardladen in Schorndorf.

– Bestellst du Lebensmittel auch online und wenn ja wo und warum?
Ich habe noch nie Lebensmittel online bestellt. Weder Schokolade, noch Fleisch oder Gemüse. Auch Tee oder Kaffee habe ich noch nie online bestellt. Irgendwie seltsam, wenn ich jetzt so darüber nachdenke, weil ich eigentlich fast alles online kaufe (Bücher, DVDs, Fotoequipment, Zeichenmaterial, Stoffe, etc. etc. etc.), nur eben keine Lebensmittel. Allerdings würde ich gern mal bei Bofrost einkaufen.

– Hast du schon Lebensmittelboxen (Gemüsekiste oder Boxen mit Zutaten und Rezepten) genutzt?
Bislang hat sich bei mir noch nicht die Gelegenheit ergeben solch eine Box zu testen.

– Wie stellst du beim Einkaufen die Qualität der Lebensmittel sicher?
Ich mach das ganz so, wie mein Chemielehrer uns Chemikalien hat testen lassen: Ich schau mir Obst, Gemüse, Fleisch, etc. ganz genau an, drehe und wende es und dann rieche ich dran. Je nachdem, was es ist (z.B. Melone, Paprika oder sowas) klopfe ich auch mal dagegen und höre.

– Entwirf eine Zukunftsvision: Wie würdest du in Zukunft einkaufen, wenn es für dich optimal wäre?
Ich bin ein Fan von 24/7-Märkten. Nicht wegen den absurden Arbeitszeiten oder wegen der Ausbeuterei der Mitarbeiter, sondern vielmehr deswegen, weil ich mir meinen Alltag und meinen Rhythmus nicht von der Wirtschaft vorschreiben lasse und somit kochen und backen kann, wann ich das will (mach ich so auch schon, problematisch wirds dann nur, wenn was fehlt). Ich genieße es, mit den Verkäufern an der Käsetheke zu plaudern und mal was Neues zu testen, darum ist es wichtig, dass Wurst-, Fleisch- und Käsetheken erhalten bleiben. Ein guter Metzger kann seinem Kunden ein Rezept mit auf den Weg geben, das kann ein Regal mit abgepacktem Fleisch nicht.

– Der Blick zurück: Wie war das Einkaufen früher, vielleicht als du noch ein Kind warst. Oder erinnerst du dich an Geschichten deiner Eltern oder Großeltern?
Früher gabs einmal im Monat den verkaufsoffenen Sonntag und den langen Samstag. Mittwochnachmittag hatten die Läden geschlossen und meine Mutter hat ganz strikt nach Einkaufszettel eingekauft. Wir waren früher viel beim Bäcker und Metzger, lag aber daran, dass es für uns preislich auch noch machbar war. Meine Großeltern haben regelmäßig selber geschlachtet, das war dann jedes Mal ein Highlight, gleichzeitig aber auch ein ziemliches Blutbad. Das frische Fleisch war absolut nicht zu vergleichen mit dem, was es heute in den Kühlregalen gibt. Als Kind war es für mich das Größte in den Garten zu gehen und Minierdbeeren (hießen bei uns Erbele) zu essen. Meine Großeltern hatten einen riesigen Gemüse- und Obstgarten. Ich saß auf dem Baum und habe Zwetschgen gefuttert, oder ich saß im Erdbeerfeld, während mein Bruder zwischen den Himbeersträuchern verschwand. Ich futterte Schnittlauch direkt aus dem Beet, zupfte mir Karotten aus der Erde, wischte sie an der Hose ab und aß sie oder aß die frischen Erbsen. Das war einfach super und ersetzte den Obst- und Gemüseeinkauf. Meine Eltern hatten früher auch einen Gemüsegarten gepachtet, weil wir selbst kein Grundstück hatten und somit auch keinen Garten. Wir bauten Salat, Tomaten, Karotten, Erbsen, etc. selbst an, das war ein ganz anderes Geschmackserlebnis. Bei meiner Oma im Ort kam einmal die Woche der Metzgerwagen und meine Mutter und ich gingen am Samstag auf den Markt.

– Hast du spezielle Taschen, Wagen oder anderes Zubehör um, dir den Einkauf zu erleichtern?
Ich habe zwei große gelbe Klappkisten von der Metro, zwei große rote Klappkisten vom Handelshof (damals noch Großmarkt), mehrere kleine Klappkisten vom Kaufland, mehrere Tragetaschen vom Ikea (die sind super stabil!) und Fressnapf (selbes Material nur etwas kleiner). Irgendwas davon ist eigentlich immer im Auto.

– Wie kommst du zu den Läden?
Da Herr Sidney und ich auf dem Dorf leben, fahren wir mit dem Auto in die nächst größere Stadt und erledigen dort unsere Einkäufe. Natürlich haben wir auch zwei Läden im Ort, aber da bekomme ich meist nicht alles, was auf meiner Liste steht und somit muss ich sowieso in die nächste Stadt.

– Wie vermeidest du unnötige Verpackungsabfälle beim Einkaufen?
Frisches Obst und Gemüse wird offen gekauft, in den allerseltensten Fällen tüte ich selbiges ein, außer es handelt sich um Einzelteile wie einzelne Tomaten, einzelne Zwiebeln, etc. Arg viel mehr kann man eigentlich nicht machen, denn selbst wenn ich mein Müsli noch nach der Kasse auspacke und die Kartonagen im Laden lasse, so habe ich dennoch Verpackungsabfälle, nur dass sie nicht zu Lasten meiner Müllgebühren gehen.


 
 
 

6 Kommentare

  1. Vielen Dank für eure vielen Kommentare 😀

Kommentar verfassen